Ständchen

Es war einer dieser Tage, wo die Sonne nicht wusste, ob sie nun scheinen oder ob sie den Regen und die schwarzen Wolken vertreiben sollte. Dort wo Ihre Strahlen hinfielen, dort war es kuschelig warm aber Vorsicht war geboten, denn wenn man aus dem Fenster schaute, hier oben im dritten Stock der  Wohnung meiner Freundin, sah man in der Ferne dunkle, fast schwarze Wolken.

Meinen Gedanken ging ich nach, hier in dieser Küche an dem kleine Fenster, auf dem hohen Barhocker. Hier, wo keine Zeit war für Ordnung war und alles so aussah, als hätte es sich selbst seinen Platz für den Aufenthalt bis zur nächsten Benutzung, gesucht. Der Kerzenständer im halbrunden Fenster neben mir, der immer wieder nur mit einer neuen Kerze bestückt wurde,  war mit so vielen Farben betropft, dass er schon nicht mehr von der Stelle bewegt werden konnte ohne ein Teil seines Kleides zu verlieren. Er stand dort, falls der Strom einmal ausviel. ;D
Manches war an kleine Haken gehängt. Das Sieb, der Topf , der Schaum Löffel und und und... die untersten Schränke konnten nicht mehr richtig zusammengeschoben werden und so konnte man in das Innenleben hineinschauen. Ja, Leben ist das richtige Wort. Diese Wohnung lebte.

Hier war alles zusammengesucht und bunt, aber es hatte Seele. Ihre Seele.

Es war das erste Mal, dass Sie mich eingeladen hat. Zu Hause habe ich schnell einen Tee eingesteckt, den hatte ich aus Marokko mitgebracht. Ich wusste Sie liebt Tee. Damit konnte ich ihr eine Freude machen.

Ich hole dich auf meinem Motorrad ab, sagte Sie mir am Telefon.

Ohhh... ja... toll.... die Omas auf dem Motorrad. Klasse, dieser Tag konnte nur ein wunderbarer Tag werden.

So habe ich mich auf dieses wundersame Zweirad gesetzt und mich fest an ihren Hüften fest gehalten.
Haha,... dass wir zwei genügend Platz auf dem Sitz hatten, ist schon sehr erstaunlich, denn ihre Hüften waren nicht weniger rund als meine. Zudem hat Sie noch Ihren Teddyrucksack um.
Diese Frau ist einfach ein Unikat! Schwarze lange Haare in denen kleine Federn geflochten sind und bunte Bänder. Um ihre Haare muss ein Tuch gebunden werden, bevor sie den Helm aufsetzt, was ihr ein bisschen was von einer Indianerin gibt. Wow... ich mag ihren Anblick. Sie ist Sie!

Jetzt hat Sie die Kaffeekanne gefunden oder die Kaffeekanne Sie.... hmmm.... und brüht einen Kaffee auf. Jeder mit einer Individuellen Kaffeetasse bestückt, gehen wir mit der schwarzen, dampfenden Flüssigkeit ins Wohnzimmer. Hier wimmelt es von Nippes. Jedes Ding hat eine Geschichte und sie wird nicht müde, mir davon zu erzählen. Dann zeigt Sie mir Ihre Texte und Ihre Gitarre.

"Bitte" bettele ich, spiele mir etwas vor.

Sie setzt sich auf dem Bett aus Eisengestellen. Ihre Katze auf der Festerbank hinter Ihr, versucht gerade aus dem Krug ihren letzten Wasservorrat heraus zu schlecken.

Ein wunderschönes Bild bietet sich mir.

Ich sitze auf dem Korbstuhl mit der hohen Lehne der neben dem Balken steht, ziehe die Knie hoch und lege meinen Kopf in meine Hände, die Ellenbogen habe ich dabei auf meine Knie gestützt.

Verträumt höre ich ihrer tiefen Stimme und den Klang der etwas verstimmten Gitarre zu.
Dann muss ich weinen, so sehr berührt mich alles. Erst rollen kleine Tropfen und dann wird es mehr ... es wird so viel, dass ich mir ein Taschentuch aus meiner Tasche angeln muss.
Es ist als hätte man mich in ein Buch hinein gelesen und ich dürfte für ein paar Stunden, den Zauber
der Zeilen, eines wunderbaren Schreiberlings, persönlich erleben.


Bitte schaut nicht immer auf das,
was euch die Werbung zeigt.
Habt einen eigenen, unverwechselbaren Stil.
Das ist es doch, was uns Menschen anders sein lässt.
Was uns zum Erlebnis werden lässt.

Ich wünsche euch einen wunderschönen 3 Advent.


In Liebe
eure Oppi



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